Ich tauschte den wortlosen Schrei gegen ein hoftaugliches “Aber bitte nicht in diesem Ton, Freundchen!” und warf dem Drachen einen tadelnden Blick zu.

Das Monster schloss seinen Schlund und sah überrascht auf mich herunter.

Da ich glaubte, Dominanz zu zeigen sei meine beste Strategie, beschloss ich ihn weiter für seine unangebrachte und nicht-standesgemäße Ansprache meinerselbst zu rügen: „… wenn überhaupt heißt es `Würden Hochwohlgeboren die Freundlichkeit besitzen kurz in Ihrem angemessenen und desüblich wohlgefälligen Klagen einen Moment innezuhalten?´ Hätten Sie mich wie den Sohn eines Edelmannes, der ich zweifelsfrei bin und als den Sie mich – hätten Sie sich nur einen Moment Zeit genommen meine Kleidung zu betrachten, bevor Sie sich wie das Ungetüm, das Sie zweifelsfrei sind, auf mich warfen – leicht identifizieren könnten, angesprochen und sich nicht zu jenem abschätzigen Bauernausspruch herabgelassen, dann …“

Panisch suchte ich nach passenden Worten, die meinen Satz und nicht mein Leben beenden würden.

„… dann hätten wir uns diese unwürdige Rangelei, die offensichtlich auch Ihrem Panzer nicht zu Gute kommt, sparen und unsere Differenzen stattdessen wie zivilisierte Personen bei einer Tasse Tee klären können. Ich für meinen Teil bin so großmütig, Ihnen Ihr Fehlverhalten noch einmal zu vergeben und wenn Sie nun Ihre beeindruckende Tatze von meiner Brust und höflichst Abstand nehmen würden, wäre ich durchaus bereit, noch einmal mit einer formellen Vorstellung neu zu beginnen und diesen unangenehmen Vorfall gänzlich  zu vergessen.“

Der Drache besaß offensichtlich Augenbrauen, denn diese wanderten bei meiner langen Rede stetig weiter seine Stirn hinauf. Dann zog er langsam seine schwere Pranke von meiner Brust und sich selbst, so gut es in der engen Gasse möglich war, zurück, beugte den Kopf und murmelte rauchig: „Steinherz, der Blutige – zu Euren Diensten.“

1. Ich rappelte mich hoch, deutete auf einen Punkt hinter Steinherz und rief „Um aller Götter Willen, was ist das?!“ – dann rannte ich so schnell mich meine zitternden Beine trugen davon.

2. Ich rappelte mich hoch, vollführte ebenfalls eine schnelle Verbeugung – ohne dabei jedoch meinen Hals allzu lange ungeschützt zu zeigen – und sagte stolz: „Ferdinand, Sohn des Baron zu Tor – zu Euren Diensten.“

3. Ich rappelte mich hoch, streckte dem Untier dreist meine Hand entgegen und log ohne mit der Wimper zu zucken: „Rüdiger, der Rachsüchtige – Ihr werdet sicher schon von mir gehört haben – Bezwinger von Monstern, Befreier von Jungfrauen, von Kriegern gefürchtet, von Damen geliebt, besungen von sämtlichen Barden in allen Königreichen diesseits des Meeres – und in zwei jenseitigen, von denen ich weiß!“

Mit einem Kommentar entscheidest du, lieber Leser, was unserem Helden passiert, also wähle mit Bedacht, sein Leben liegt in deinen Händen. 

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