Das Jahr war 2011 und die Entdeckung der Zeitmaschine purer Zufall. Sie wurde, wie so viele verloren geglaubte Gegenstände, auf einem Dachboden gefunden. Anders jedoch, als die Kisten voller Kuscheltiere und die Reihen von alten Pelzmänteln, konnte die Maschine aufgrund ihres kuriosen Aussehens nicht direkt zugeordnet werden. Und so landete die schuhkarton-große Apparatur auf einem Stapel mit der alten Spielkonsole, zusätzlichen Kabeln und Steckern in allen Farben des Regenbogens (mit Ausnahme von orange) und dem aussortierten schwarz-weiß Fernseher.

Nachdem die Kuscheltiere an Kindergärten und verwandte Institutionen vererbt und die Pelzmäntel endgültig aussortiert wurden, wandte man sich der Elektronik zu. Die Spielkonsole wurde noch ein letztes Mal angeschlossen und ausgespielt, der Fernseher zum Sondermüll gebracht und die Kabel und Stecker ein weiteres Mal in einer Kiste, die für den neurenovierten Dachboden bestimmt war, verstaut.

Die metall-glänzende Konstruktion in ihrer dunkelgrünen Samttasche konnte man sich noch immer nicht erklären. Sie musste wohl so eine Art Tischkalender gewesen sein. Und als solchen setzte man sie dann auch ein. Die Räder wurden auf Tag, Monat und Jahr eingestellt, doch mit Enttäuschen fand man, dass wohl die Batterie ihren Geist aufgegeben habe, da die Anzeige der Uhrzeit nicht von alleine weiterticken wollte. Aus ästhetischen Gründen beschloss man daher, die Zeit auf Zwölf zu setzen. Zum Zeitpunkt, da dies geschah, war ein Uhr bereits durch.

Der Sprung in die Vergangenheit betrug lediglich achtzig Minuten und wurde vom anwesenden Hausherren erst bemerkt, als man sich am Mittagstisch über die verspätete Mahlzeit unterhielt.

In dem Moment, da der frischgebackene Zeitreisende gerade sein Transportmittel anhob und bei genauerer Untersuchung der wahnsinnigen Frage nachging, ob vielleicht, eventuell der Ständer dieses Tischkalenders gar keine Halterung, sondern in Wirklichkeit ein Schalter war, was auch das mechanische Klicken erklären würde, das die Apparatur beim Aufsetzen von sich gegeben hatte, und ob dieser Schalter beim Umlegen vielleicht, eventuell den irrwitzigen Effekt, aber nein, das war wirklich zu lächerlich – in eben jenem Moment klingelte es an der Haustür.

Davor stand ein Beamter der Zeitagentur, und hätte man dies im Haus gewusst, oder dem attraktiven Herrn im Anzug in irgendeiner Form ansehen können, dann hätte man gewiss so getan, als wäre man verreist.

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