„Wenn du stirbst…“ stellt die Frage, wie man seinen Tag gestalten würde, wenn man wüsste, dass es der letzte sein wird.

Auf dem Nachhauseweg von einer verfrühten Valentinstagsparty am 12. Februar stirbt High School Senior Samantha Kingston bei einem Autounfall. Das Letzte was sie sieht, ist das Gesicht einer gemobbten Mitschülerin aus der vierten Klasse, es folgt das berühmte weiße Licht und anschließend wacht Sam wieder in ihrem Bett auf, wieder am 12. Februar.

Wir alle wissen was jetzt kommt: Das Murmeltier lässt grüßen und Sam erlebt ihren letzten Tag wieder und wieder, bis sie geläutert erkennt, dass es nicht ihr Leben ist, das es zu retten gilt.

Lauren Olivers Erstling ist eine Geschichte voller Klischees: Das Plot ist ein Klischee, die Charaktere – vom Quarterback-Boyfriend über die „Mean Girls“ bis hin zu den sozialen Außenseitern, die mittags auf der Toilette essen müssen – kennt man aus jeder amerikanischen Schulkomödie und auch sprachlich ist der Roman alles andere als revolutionär.

Aber irgendwie schafft es Oliver den Leser über fast 500 Seiten zu fesseln: Jeder neue 12. Februar zeigt eine andere Samantha, jedes neue Aufwachen lässt die Dreidimensionalität der anfangs so flachen Nebencharaktere erkennen und mit jedem neuen Kapitel beginnt man tatsächlich darüber nachzudenken, wie der letzte Tag im Leben eines Menschen aussehen sollte.

Trotz sprachlicher und inhaltlicher Kinderkrankheiten ist „Wenn du stirbst…“ daher ein Erstling, den es zu lesen lohnt und Lauren Oliver eine Autorin, die man im Blick behalten sollte.

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