Als die drei Weisen aus dem Morgenland nach Nazareth pilgerten, brachten sie dem Neugeborenen drei Geschenke mit: Gold für den König, Myrrhe für den Heiland und Weihrauch für den Hohepriester.

Mittlerweile ist aus Baby Jesus ein ausgewachsener Weltenrichter geworden und da alle Menschensöhne mit den Jahren anspruchsvoller in ihren Wünschen werden, scheint man heutzutage auch im Himmel größere Gaben zu erwarten.

Das dachten sich zumindest die Ministranten der St. Jodokus Kirche im Kreis Karlsruhe, in der am vergangenen Sonntag (Anm.: Der Text ist vom November 2010) das größte Weihrauchfass der Welt eingeweiht wurde. Die 130kg schwere Kugel, die von sechs Ministranten getragen, mit einer Stahlkonstruktion an der Decke befestigt und durch einen motorisierten Antrieb in Bewegung gebracht wird, soll dort zur höheren Ehre Gottes schwingen.

Fast gleichzeitig eröffnete auch das polnischen Swiebodzin seine neueste Touristenattraktion: Die größte Jesus-Statue der Welt.

Sowohl der polnische Jesus wie auch die badische Weihrauchkugel wurden schon zur offiziellen Abnahme durch das Komitee des Guinness-Buches angemeldet. Bedeutung erlangen Geschenke an Gott schließlich nur durch eine angemessene weltliche Anerkennung und dafür soll der Eintrag ins Rekordbuch sorgen. Immerhin wird es auf der Bestseller-Liste nur von Zweien geschlagen: Dem Koran und der Bibel.

Aber wer interessiert sich schon für das Wort Gottes, solange es dafür noch keinen Themenpark gibt.

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