Januar 2011


Seit dem ersten Januar ist die Berechnungsmethode der Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig, die Neuregelung, zu der das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Februar aufrief, ist jedoch immer noch nicht fertig. Darum traf man sich gestern Nacht zu erneuten Verhandlungen und überraschenderweise sind sich Opposition und Regierung einmal ganz einig:

Alle zeigen sich freudig, ob der „Durchbrüche“, der „Annäherungen“ und des allgemeinen „Vorankommens“ – doch, nicht zu früh freuen, das gilt nur –  in Bezug auf die geplanten Bildungshilfen. Unisono räumen alle Beteiligten ein, dass weder in Sachen Mindestlohn, noch bei der Berechnung des Regelsatzes, Fortschritte erreicht wurden. Und auch bei der Problembestimmung kommen wieder alle zum selben Schluss – das Zauberwort heißt Uneinigkeit.

Uneinigkeit wirft die Opposition der Regierung vor, Uneinigkeit ist auch das Problem, das die FDP sieht, Uneinigkeit scheint selbst innerhalb der Union zu bestehen – da ist es doch kein Wunder, dass Regierung und Opposition, die sich doch gerade durch ihre Uneinigkeit mit der anderen Seite definieren, zu keiner Einigung kamen.

Und da man sich nicht einigen konnte, einigte man sich auf eine Vertagung der ganzen Diskussion auf Februar. In ihrer Zuversicht auf eine Besserung der Lage bis dahin sind sich Opposition und Regierung dann wieder ganz einig.

PS: You’ve probably guessed it – dieser Kommentar ist im Zuge meines Journalismus-Seminars entstanden, darum geht es auch um Politik. Eine ältere Glosse aus dem selben Seminar, die aber eher in mein Fachgebiet gehört, hier drunter.

Als die drei Weisen aus dem Morgenland nach Nazareth pilgerten, brachten sie dem Neugeborenen drei Geschenke mit: Gold für den König, Myrrhe für den Heiland und Weihrauch für den Hohepriester.

Mittlerweile ist aus Baby Jesus ein ausgewachsener Weltenrichter geworden und da alle Menschensöhne mit den Jahren anspruchsvoller in ihren Wünschen werden, scheint man heutzutage auch im Himmel größere Gaben zu erwarten.

Das dachten sich zumindest die Ministranten der St. Jodokus Kirche im Kreis Karlsruhe, in der am vergangenen Sonntag (Anm.: Der Text ist vom November 2010) das größte Weihrauchfass der Welt eingeweiht wurde. Die 130kg schwere Kugel, die von sechs Ministranten getragen, mit einer Stahlkonstruktion an der Decke befestigt und durch einen motorisierten Antrieb in Bewegung gebracht wird, soll dort zur höheren Ehre Gottes schwingen.

Fast gleichzeitig eröffnete auch das polnischen Swiebodzin seine neueste Touristenattraktion: Die größte Jesus-Statue der Welt.

Sowohl der polnische Jesus wie auch die badische Weihrauchkugel wurden schon zur offiziellen Abnahme durch das Komitee des Guinness-Buches angemeldet. Bedeutung erlangen Geschenke an Gott schließlich nur durch eine angemessene weltliche Anerkennung und dafür soll der Eintrag ins Rekordbuch sorgen. Immerhin wird es auf der Bestseller-Liste nur von Zweien geschlagen: Dem Koran und der Bibel.

Aber wer interessiert sich schon für das Wort Gottes, solange es dafür noch keinen Themenpark gibt.

Dieser Eintrag kommt zu Ihnen in sechs Teilen.

Teil Eins: Die obligatorische Erklärung

Ich weiß, dass es schon viel zu spät für einen Neujahrseintrag ist. Mittlerweile wissen wir alle, dass ein neues Jahr begonnen hat, keiner macht mehr den Fehler „10“ statt „11“ auf seine Mitschriften zu schreiben und der erste Monat des Jahres ist schon fast vorbei.
Trotzdem wird das hier – als der erste Eintrag des Jahres – ein Rückblick-2010-Vorhersagen-2011-post.

Teil Zwei: Rückblick 2010

Anfang des letzten Jahres erschien auf dieser Seite der folgende Satz: „Das Wichtigste und für diese Seite Entscheidenste ist, dass ich versuchen werde regelmäßig (angestrebtes Ziel, wie es ursprünglich von der wahren breakfastlady festgelegt wurde: Einmal die Woche) zu bloggen.“
Nun, wie wir alle wissen, hat das nicht funktioniert.

Teil Drei: Definitive Vorhersagen 2011

Um es kurz zu machen: Ein Eintrag jede Woche? – Da hier in den letzten drei Wochen offensichtlich nichts passiert ist, ist das bereits unmöglich geworden.
Nichtsdestotrotz (Bombenwort, wenn man es aufschreibt, btw): Was wäre ein Neujahrseintrag ohne New Year’s Resolution?

Teil Vier: New Year’s Resolution

Letztes Jahr erschienen hier 22 Posts. Dieses Jahr sollen es mehr sein.

Teil Fünf: Weitere, viel wichtigere Vorhersagen 2011

Aus den wunderbaren Weiten des Webs: Im Jahr 2011 erwartet uns das Ende der katholischen Kirche, der erneute Aufstieg von Putin – dem Antichristen und der Beginn des Dritten Weltkrieges pünktlich zum Ende der Welt in 2012.

Das sagt Google: 2011 wird…

… alles besser.
… mein Jahr.
… ein bärenstarkes Jahr.
… grün.

Teil Sechs: Der Abschluss

Nun, das klingt doch vielversprechend. Also hoffen wir, dass Google Recht behält und sonst bleibt uns immer noch (nein, nicht Paris, sondern):

2011 wird…

… das Partyjahr.

In diesem Sinne,
frohes Feiern!

PS: Letztes Jahr waren es 22 posts, heute ist (noch) der 22., dieses Jahr werde ich 22, gibt es so etwas wie Lieblings- oder Glückszahlen, dann ist meine die 22.  Zufall? – „Never ignore a coincidence. Unless you’re busy,  in which case, always ignore a coincidence.“