November 2010


Das Rezept ist einfach: Man nehme einen weltberühmten Schriftsteller, sein Meisterwerk und kreiere aus historischen Fakten und komplementärer Fiktion eine tragische Liebesgeschichte, welche die Schöpfung des prominenten Textes erklärt.

Dem selben Kochbuch wie einst John Madden und Julian Jarrold folgten nun auch die Macher von „Goethe!“, die den jungen Johann und seine unglückliche Liebe zu Charlotte Buff verfilmten.

Seit meiner lecture bei Israel Bar Kohav im Zuge des Literaturfestivals, weiß ich ja auch dass „forbidden love“ die beste Inspirationsquelle für Poesie bietet (abgesehen davon: „even nature doesn’t want us to be happy“).

Leider hatten die Drehbuchautoren keinen Tom Stoppard zur Hand und dem Film fehlt eine wirklich beeindruckende Dialogführung. Manche Werk-Referenzen erfreuen natürlich den Goethe-gequälten Studenten, doch mit „And a bit with a dog.“ und „I don’t know. It’s a mystery.” können sie nicht konkurrieren.

Abgesehen davon ist die Geschichte (mit Ausnahme von Kestner) rund, unterhaltsam und dank wundervoller Kulissen und Ausstattung auch ein echtes Filmvergnügen.

„Shakespeare in love“ bleibt also unerreicht, doch “Becoming Jane” würde eventuell sogar mit “Goethe!“ auf einer Stufe stehen können, wenn da nicht die winzige Tatsache wäre, dass es um Goethe und noch schlimmer Werther geht… Yuck.

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"Mein Weg" oder "Was ich heute im Vier-Stunden-Kindergarten gebastelt hab"

„Mein Weg“ oder „Was ich heute im Vier-Stunden-Kindergarten gebastelt habe“