Wer hätte das gedacht? Nach achtundzwanzig Jahren peinlichen im-Sofa-versinkens bringt ein zweites blutjunges Mädel den Titel nach Deutschland. Ist es etwa Nationalstolz, wenn man über „L’Allemagne: douze points“ grinsen muss? Dabei hat die Nation doch nichts anderes getan, als sie sonst auch immer tut: Bei Casting-Shows anrufen und wenn’s schief geht, den anderen die Schuld geben. Nur ist es diesmal halt nicht schiefgegangen. Also muss es unser Verdienst sein. Komm wir schreiben „Lena“ auf die Deutschland-Fahne und cruisen mit dem Autokorso durch die Straßen.

Nur schade, dass mein Mexikaner um die Ecke das WM-Angebot nicht auch für die Nicht-Sport-aber-stattdessen-Musik-Fans ausgeweitet hat: Für jeden Punkt für Deutschland einen Tequila umsonst – das hätte ein Abend werden können…

Zum Glück lies er sich ja auch ohne Zivilisationsgifte aushalten. Und irgendwie geht man doch lächelnd ins Bett. Wer auch immer Schuld am Gewinnen ist – Hauptsache wir sind Papst, werden Weltmeister und „Yes, we can“!

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