Oktober 2009


Kürzlich in Alciatis erstem Emblematik-Buch gesichtet: Frau, auf Wagenrad stehend, mit Schermesser, flatterndem Tuch und recht eigenwilliger Frisur.

alciati

Ursprünglich war es der griechische Gott Kairos, aber da ihm diese verkehrte Fokuhila einfach nicht stand, übertrug man die Idee auf Occasia – die Gelegenheit! Und seitdem läuft die Dame mit einer Glatze am Hinterkopf und einer langen Locke, die zum Zupacken lockt, an der Stirn herum.

Wenn sich die Dame nähert hat man eine Chance sie zu ergreifen, ist sie vorbei gegangen… nun dann ist die Gelegenheit eben vorbeigegangen.

Und deshalb muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen.

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Als hätten seine Anhänger es schon immer gewusst – jetzt ist es passiert: And the Friedensnobelpreis goes to…. Barack Obama!
Und eigentlich ist das doch auch nur eine logische Folge des bereits Geschehenen: Obama lieben ist Weltbürgerpflicht – genau so wie zuvor Bush hassen! Und natürlich muss der mächtigste Mann der Welt auch einen der wichtigsten Preise der Welt bekommen.

In der Begründung des Vorsitzenden des Osloer Nobel-Komitees heißt es:
„Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis für seinen außergewöhnlichen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Das Komitee hat besonderes Gewicht auf seine Vision und seinem Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt. […] Es geschieht selten, dass eine Person wie jetzt Obama die Aufmerksamkeit der Welt derart auf sich zieht und neue Hoffnungen auf eine bessere Zukunft entfacht.“

Okay…. und jetzt noch mal langsam.

Obama ist der dritte Präsident der USA, der während seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis bekommt. Aber wer kennt schon Roosevelt und Wilson? Na gut: Roosevelt hat angeblich den Frieden zwischen Russland und Japan vermittelt… Aber Wilson mit seinen seltsamen 14 Punkten, was sollte das denn? Okay: Selbstbestimmungsrecht, Völkerbund und Antikriegspolitik klingt ziemlich gut… aber wenn man das mit Obamas Vision vergleicht – ich bitte euch! Gar nicht davon zu sprechen, dass Obama Hoffnung entfacht!!

Ehrlich: Wer braucht schon echte Taten, wenn er Hoffnung und Visionen haben kann?

Und was macht das schon, wenn ein Präsident zu dem Zeitpunkt als er für den Friedensnobelpreis nominiert wird, gerade 14 Tage im Amt ist? Hey, seine Vision kannten wir doch vorher schon: Yes we can – wenn das keine Hoffnung ist!
Btw: Hat eigentlich irgendjemand verstanden, was genau wir eigentlich können? Achso… eine bessere Welt schaffen, ja, nee, ist klar – Weltfrieden… Warum musste Obama dann nie die Bikini Runde drehen?

Gut, Obama bekommt den Friedensnobelpreis für gelungene Medieninszenierungen und dafür, dass er nicht Bush ist… nicht zu vergessen seine suuuuper Ideen für die Zukunft. Aber was passiert, wenn Obama jetzt irgend einen Krieg anfängt – im Auftrag des Weltfriedens natürlich? Wird ihm der Friedensnobelpreis dann wieder abgenommen?

Vielleicht macht er dann auch einen umgekehrten Schwarzenegger und wird Filmstar – wer weiß unsere Kinder spielen vielleicht mit Obama-Action-Figuren…

Aber es hätte auch schlimmer kommen können, oder?
Immerhin stand auch Sarkozy auf der Liste…

Ein Frühstück beim Juwelier machte Audrey Hepburn zum Star.
Monets „Frühstück im Grünen“ ist ihm im Pfandhaus verschimmelt.
Ein Frühstück mit Angela Merkel machte Stoiber zum Kanzlerkandidaten.
Schokolade zum Frühstück brachte Bridget Jones ihren persönlichen Mr. Darcy.
Die Mitglieder im „Breakfast Club“ stellen beim Nachsitzen fest, wer sie eigentlich sind.

Auch für diesen Blog ist ein Frühstück verantwortlich.
Und wie sagte schon Oscar Wilde: „Nur die ganz Stumpfsinnigen sind beim Frühstück schon geistreich.“